Orange your city

Oberste Stadtkirche. Foto: Heike Kiefer

Iserlohn. Am 25. November, dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begann die weltweite Aktion „Orange your city“. In rund 100 deutschen Städten und Kommunen setzen Zonta-Clubs auf diese Weise ein sichtbares Zeichen gegen die vielfältigen Formen, Ursachen und Konsequenzen von Gewalt an Frauen. Auch der Zonta-Club in Iserlohn hat sich erneut dafür stark gemacht und dazu aufgerufen, als (orange) leuchtendes Beispiel mit voranzugehen. So erstrahlen in Iserlohn in diesem Jahr bereits 17 Gebäude in orangenem Licht – ein deutlich sichtbares Zeichen der Solidarität, das zeigt, wie wichtig und aktuell dieses Thema für unsere Gesellschaft ist.

Orange your City - unterstützt auch durch die Kirche

Auch der Kirchenkreis Iserlohn beteiligt sich an der Aktion, die noch bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte auf das Problem der Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen möchte. Superintendentin Martina Espelöer unterstützt die Kampagne ausdrücklich und durch die orange Erleuchtung der Obersten Stadtkirche wird ein deutlich sichtbares Zeichen an einem prominenten Platz Iserlohns gesetzt: „Sie können sich meiner Solidarität für die Aussage der Aktion gewiss sein. Als Kirchen sind wir an vielen Stellen gerufen, Menschen vor Gewalt, Übergriffen oder Not zu schützen oder ihnen in Not beizustehen.“

Frau Andrea Schumann, Schulleiterin des Friederike-Fliedner Berufskolleg und derzeitige Präsidentin des Zonta-Clubs Iserlohn, bedankte sich ausdrücklich bei Pfarrer Jürgen Löprich und Pfarrerin Mirjam Ellermann für die Beteiligung und die Gastfreundschaft zum Auftakt der Veranstaltung im Martin-Luther-Haus der Versöhnungs-Kirchengemeinde, dem auch der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Iserlohn, Michael Scheffler, beiwohnte.

Der Zonta-Club Iserlohn beiteiligt sich in diesem Jahr zum zweiten Mal an der Aktion und freut sich über die sprunghaft angestiegene Unterstützung aus unterschiedlichsten Bereichen Iserlohns. In ihrer Rede verdeutlichte sie den Zuhörerinnen und Zuhörern eindringlich die Aktualität der Thematik: „Es ist kein Thema, was erledigt ist – im Gegenteil!“ Statistisch gesehen versuche jeden Tag in Deutschland ein Ehemann oder Lebensgefährte, seine Frau zu ermorden. Jede dritte Frau in der Welt sei mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Das sind Zahlen, die man so nicht hinnehmen kann. Das bekräftigte auch Pfarrer Löprich: „Wo Gewalt immer mehr zunimmt, muss man ein Zeichen setzen.“, und forderte dazu auf, bei der Betrachtung der illuminierten Gebäude auch das eigene Handeln in den Blick zu nehmen.

Frauen gegen sexualisierte Gewalt schützen - mit Jugendlichen beginnen

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn beschäftigt sich schon lange mit dem Thema und setzt hier einen Schwerpunkt auf die Prävention, und zwar schon mit Beginn des Jugendalters. Im Rahmen des Schutzkonzeptes gegen Sexualisierte Gewalt werden durch das Jugendreferat Schulungen für Jugendliche unter und über 16 Jahren angeboten, die als Ehrenamtliche und in der Freizeitbetreuung im Kirchenkreis mitarbeiten möchten. Die Jugendlichen sollen auf entsprechende Situationen adäquat vorbereitet und in ihrer Arbeit so gut wie möglich unterstützt werden. Fragen wie „Wo beginnt Gewalt?“, „Wie verhalte ich mich und wie verhält sich der andere mir gegenüber?“, „Was kann passieren?“,  werden thematisiert und mit den Jugendlichen gemeinsam konkrete  Verhaltensmaßnahmen im Sinne von Prävention und Deeskalation erarbeitet.

Auch Frau Schumann ist es wichtig, die Jugendlichen mit ins Boot zu holen und möglichst früh mit der Aufklärungsarbeit zu diesem wichtigen Thema zu beginnen: „Ihr seid unsere Zukunft!“ Durch den Lehrer Thorsten Langenbahn wurde im Rahmen der Differenzierungskurse eine Schülerredaktion ins Leben gerufen, die sich in diesem Jahr intensiv mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und der Zonta-Aktion „Orange your city“ auseinandergesetzt und sehr erfolgreich zusammen mit der örtlichen Presse die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gesucht hat. Stellvertretend für die gesamte Redaktion, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der FHR 12 des Friederike-Fliedner-Berufskollegs, berichteten Courtney Turck und Samantha Leckebusch begeistert und überzeugend von ihrer Arbeit. Sie seien überrascht gewesen, wie viele Formen der Gewalt es gebe und es sei ihnen eine Herzensangelegenheit, den Zonta-Club bei seiner Aktion zu unterstützen. Diese Ansicht teilt auch die Superintendentin: „Ich wünsche der Aktion ein gutes Gelingen und eine Öffentlichkeitswirksamkeit, die dazu beiträgt, dass Frauen und Mädchen die schwesterliche Verbundenheit deutlich wahrnehmen. Auch wir können ganz klar Farbe bekennen gegen Gewalt gegenüber jedweder Person!“

 

 

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