Gemeinsam spielen und entdecken in Wald und Natur

Haben die neue Waldgruppe des Evangelischen Kindergarten Knerling vorgestellt: (v.l.) Gela Mund, Inge Harneid, Antje Wolfgramm, Daniel Schmidtke, Charline Harris, Pfarrerin Merle Vokkert

Es gibt verschiedene Gründe für einen Waldkindergarten: Im Wald können Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben, sie entwickeln ihre Feinmotorik und Wahrnehmung. Ihr Immunsystem wird in der Natur gestärkt und die Kreativität angeregt. Zudem: Gerade in der heutigen Zeit der auditiven und visuellen Reizüberflutungen stellt das Erleben der Natur einen sinnvollen und wichtigen Gegenpol für Kinder dar.

Nachvollziehbare Gründe also, auch im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn eine Waldgruppe einzurichten. Diese wird mit dem 26. August 2019, dem ersten Tag des neuen Kindergartenjahres, als Waldgruppe des Evangelischen Kindergarten Knerling ihre Arbeit aufnehmen.

Einen ersten Vorgeschmack gab es für viele Interessierte bei einem Informationsabend am 6. Mai im Lutherhaus der Evangelischen Kirchengemeinde Altena, an dem Inge Harneid, Leiterin der beiden evangelischen Kindergärten in Altena, Ortspfarrerin Merle Vokkert, sowie Antje Wolfgramm, Fachberatung Inklusion und Integration im Trägerverbund des Kirchenkreises und Gela Mund, Geschäftsführung vom Trägerverbund, die Waldgruppe vorstellten. Das Konzept sieht bis zu 20 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren vor, die dann in der neuen Waldgruppe von 7 bis 14 Uhr größtenteils in der Natur ihren Tag verbringen. Mit dem benachbarten Waldplatz am Kindergarten Knerling (auch als „Bolzplatz“ bekannt) ist ein fester Mittelpunkt gesetzt. Ergänzt werden soll der Platz noch um einen auf die Bedürfnisse der Kinder umgebauten Wohnwagen, der auch als Rückzugsort dienen soll. Wenn das Wetter einmal so schlecht sein sollte, dass ein Spielen im Freien nicht möglich ist, gibt es mit einem rund 35 Quadratmeter großen Raum in der ehemaligen Grundschule zusätzlich einen geschützten Raum für die Betreuung.

Begleitet werden die Kinder von speziell geschulten Fachkräften. Mit Daniel Schmidtke und Charline Harris haben sich am Informationsabend bereits zwei der letztlich drei Fachkräfte für die Gruppe vorgestellt. Selbstverständlich steht der Alltag ganz im Zeichen der Natur. Die Kinder lernen Pflanzen und Tiere kennen und wachsen automatisch in den natürlichen und richtigen Umgang mit der Natur hinein. Dass die naturverbundene Vorschulpädagogik auch positive Auswirkungen auf die Grundschulzeit hat, belegen zudem einige empirische Studien und Forschungsergebnisse.

Das Konzept des Waldkindergartens ist nicht neu. Der erste Waldkindergarten wurde 1953 in Dänemark von Ella Flatau gegründet.  Sie hielt sich mit ihren eigenen Kindern täglich längere Zeit im Wald auf, um mit ihren Kindern zu spielen und nahm darüber hinaus andere Kinder zur Betreuung auf. Daraus entwickelte sich eine Elterninitiative, die gemeinsam einen Waldkindergarten gründete. In Deutschland kam es erst in den 1990er Jahren zu größeren Gründungen von Waldkindergärten oder Waldgruppen. Heute gibt es laut Bundesverband NW 1.500 Natur- und Waldkindergärten in Deutschland.

Wer sein Kind für das neue Kindergartenjahr anmelden möchte, kann sich an Inge Harneid, Tel. 02352 /22854,
E-Mail: ev.kiga.knerling@tvb-is.de wenden. 

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