Synodalabend: Angeregte Gespräche über die neue Finanzsatzung

Dr. Hubertus von Stein moderierte die Gespräche. (Foto oben) Superintendentin Martina Espelöer sowie die Synodalen Friedhelm Kowalski und Jörg Freiburg stellten die neue Finanzsatzung im Entwurf vor. (Foto unten)
Dr. Hubertus von Stein moderierte die Gespräche. (Foto oben) Superintendentin Martina Espelöer sowie die Synodalen Friedhelm Kowalski und Jörg Freiburg stellten die neue Finanzsatzung im Entwurf vor. (Foto unten)

Vielleicht war es Zufall, dass der Synodalabend zur Revision der Finanzsatzung am 21. März 2019, also einen Tag nach dem kalendarischen Frühlingsanfang, stattfand. Auf jeden Fall verband Superintendentin Martina Espelöer mit dem Frühlingserwachen in der Natur auch die Hoffnung, dass die Arbeit an der neuen Finanzsatzung auch zu einem „Aufbruch“ in der gemeinsamen Arbeit im Evangelischen Kirchenkreis werden kann.

Zum Synodalabend kamen rund 50 Mitglieder der Kreissynode im Varnhagenhaus zusammen, um die Vorschläge zu einer Veränderung der kreiskirchlichen Finanzsatzung zu hören und sich darüber auszutauschen. Nachdem Superintendentin Martina Espelöer und die Synodalen Jörg Freiburg und Friedhelm Kowalski in den Entwurf der neuen Finanzsatzung einführten, kamen die Synodalen in Tischgruppen zu einzelnen Themenfeldern ins Gespräch, was von den Teilnehmenden als sehr gewinnbringend wahrgenommen wurde und der Vertiefung des Themas diente. Der Austausch im Plenum und die Moderation wurde geleitet von Dr. Hubertus von Stein, Unternehmensberater aus Arnsberg, der schon verschiedene andere Kirchenkreise innerhalb der westfälischen Landeskirche bei Veränderungsprozessen unterstützt hat.

Im Vordergrund der zu revidierenden Finanzsatzung steht eine Vision, erklärte Superintendentin Martina Espelöer zum Auftakt der Veranstaltung: Diese Vision trägt den Titel „Der Zehnte“. Der Zehnte geht zurück auf die alttestamentliche Grundlage z.B. in 3. Mose 27,30 und meint das Geben des Zehnten vom Ertrag. Übertragen auf den Kirchenkreis und die Kirchengemeinden könnte das heißen, von den eingehenden Kirchensteuern zuerst den zehnten Teil für die gemeindlichen und verbandlichen diakonischen Aufgaben abzuführen und dann erst die Verteilung an die weiteren gemeinsamen Aufgaben, die Gemeinden und Synodalen Dienste vorzunehmen, so die Hauptüberlegung des Synodalen Finanzausschuss, der an der Neuordnung der Finanzverteilung seit mehreren Jahren arbeitet.

Notwendig geworden ist eine Revision der Finanzsatzung, um auf die derzeitigen Herausforderungen des kirchlichen Lebens wie Reduktion von Pfarrstellen, Fragen nach der Hinzunahme anderer Berufsgruppen oder Veränderungen im Gebäudebereich reagieren zu können. Begonnen hat dieser Gesprächsprozess um das Verteilungssystem auf der Herbstsynode 2015. In den Folgejahren hat der Synodale Finanzausschuss immer wieder auf den Tagungen der Kreissynode über den aktuellen Diskussionsstand informiert. Auf der kommenden Kreissynode im Juni könnte nun ein erster Entwurf vorgelegt werden.

Im Mittelpunkt der Revision steht das „Kirchliche Feld“, eine noch recht junge Konzeption, die eine Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen wie Gemeindepädagogen, Jugendreferenten oder GemeindeSchwestern meint – und deren verlässliche Finanzierung noch in der Finanzsatzung verankert werden soll. Es haben sich an diesem Abend viele zu Wort gemeldet, die diesen Schritt begrüßten. Es wurde aber auch angeregt, den Begriff des Kirchlichen Feldes in der neuen Finanzsatzung zu schärfen.  

Weitere Gesprächspunkte waren die Substanzerhaltung von Gebäuden der Kirchengemeinden (Kirchen, Gemeindehäuser, Pfarrhäuser und Kindertageseinrichtungen) sowie der Umgang mit Kirchenvermögen.

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