Jubiläum der Frauenarbeit mit interreligiöser Lydiamesse gefeiert

(v.l.): Rania Abdulsalam, Sybille Mann, Dima Kamalmaz, Pfarrerin i.R. Margret Held, Superintendentin Martina Espelöer, Nigar Yardim, Pfarrerin Ruth Hansen

„Über mich hinaus“ – hieß die Lydiamesse, mit der die Frauenarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn ihr 25-jähriges Bestehen am 10. November 2018 in der St. Viktor Kirche in Schwerte gefeiert hat. Im Anschluss an die Lydiamesse gab es einen Empfang im benachbarten Gemeindezentrum.

Im Mittelpunkt der interreligiös gestalteten  Lydiamesse standen die biblischen Figuren Maria und Elisabeth. In einem interreligiösen Gespräch kamen Pfarrerin Ruth Hansen, Beauftragte für die Frauenarbeit im Evangelischen Kirchenkreis, und die muslimische Theologin Nigar Yardim aus Duisburg miteinander ins Gespräch. Textstellen zu Maria wurden aus der biblischen Erzählung aus dem Lukasevangelium 1, 35-56 sowie aus dem Koran, Sure 19, 16-26 von Dima Kamalmaz und Rania Abdulsalam gelesen. Musikalisch begleitet und gestaltet wurde der Abend von Frau Wakago Yamanago am Klavier und dem Konzertmusiker Kamal Mazlumi, einem Virtuosen auf einem typischen Instrument seiner persischen Heimat, dem rund 3000 Jahre alten Santur.

Die Lydiamesse ist ein Angebot für Frauen und Männer. Sie wurde von Pfarrerin Ruth Hansen, Pfarrerin i. R. Margret Held, Sybille Mann zusammen mit dem Synodalen Ausschuss für Frauenarbeit vorbereitet. Für diesen besonderen Gottesdienst wurde die St. Viktor Kirche in lila Licht getaucht. An drei Stationen gab es für die vielen Besucherinnen und Besucher der Lydiamesse Gelegenheit, sich auszutauschen und das Gehörte auf sich wirken zu lassen. Männer und Frauen ließen sich zudem mit einem wohlduftenden Öl an Händen und Stirn salben. Die Lydiamesse erinnert ihrem Namen nach an die erste Christin auf europäischem Boden, von der in der Bibel die Rede ist. Sie war Griechin und Purpurhändlerin. In den vergangenen Jahren hat sich gerade die Lydiamesse zunehmend auch zu einem Ort für Männer entwickelt.

In ihrem Grußwort bilanzierte Superintendentin Martina Espelöer: „Wir haben viel erreicht. Wir haben aber auch viel zu verlieren.“ Trotz allem Errungenen gibt es noch viel zu tun: „Weltweit betrachtet gibt es noch immer Diskriminierung von Frauen, Homosexuellen oder Transgender. Wir haben noch viele Felsbrocken wegzuräumen, wenn wir über die Gleichstellung der Geschlechter sprechen“, sagte die leitende Theologin des Kirchenkreises. Sie hob den Beitrag der Frauenarbeit im Evangelischen Kirchenkreis für eine feministische Theologie und Spiritualität, für Kunst und Kultur und für eine Theologie der Vielfalt hervor. „Die Frauenfrage bleibt in allem der Stachel“, sagte sie.

Anschließend wurde zu einem Empfang ins Gemeindezentrum der St. Viktor Kirche geladen. Das Motto lautete – von der Lydiamesse aufgenommen und etwas abgewandelt: „‘Über uns hinaus‘, weil wir in der Frauenarbeit immer auch Grenzen überschreiten mussten“, erklärte Sybille Mann.

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