Kirchensendung ‚kreuz und quer‘ nach fast 25 Jahren beendet

Verabschiedeten und bedankten sich bei Sabine Langebach (Mitte) für fast 25 Jahre ‚kreuz und quer‘: Rainer Beckmann (Dekanat Märkisches Sauerland, Kath. Bistum Paderborn), Friedhelm Kowalski (Veranstaltergemeinschafts-Geschäftsführer), Holger Jahnke (Chefredakteur Radio MK) und Klaus Majoress (Superintendent Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg)(v.l.n.r), (Foto: EKKLP)

Als am 29. April die Uhrzeiger auf neun Uhr morgens umsprangen, endete bei Radio MK eine kleine Ära, denn dann war die Sendung ‚kreuz und quer‘ mit Sabine Langenbach zum letzten Mal zu hören gewesen. Aus persönlichen Gründen hat die Moderatorin aus Altena von der Kirchensendung verabschiedet, und das nach fast einem Vierteljahrhundert.

Für Chefredakteur Holger Jahnke ist der Weggang von Sabine Langenbach gleichbedeutend mit dem Ende der Sendung ‚kreuz und quer‘. „Sabine Langenbach hat die Sendung vom ersten Tag an fast 25 Jahre lang geprägt. Es ist ihre Sendung. Von daher kommt es nicht infrage, ‚kreuz und quer‘ von einem anderen Kollegen moderieren zu lassen”. Stattdessen wird ab Mai immer sonntags um acht Uhr die landesweite Kirchensendung ‚Himmel und Erde‘ bei Radio MK ausgestrahlt werden.


Sabine Langenbach war beim Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, in Kooperation mit dem Ev. Kirchenkreis Iserlohn, für die Organisation und Durchführung von ‚kreuz und quer‘ angestellt. Damit konnten die beiden Kirchenkreise und Radio MK etwas ganz Besonders bewahren, war ‚kreuz und quer‘ doch die einzige, eigenständige Kirchensendung in den NRW-Lokalradios. Ein Alleinstellungsmerkmal für alle Beteiligten, mit einer besonderen Bedeutung. „Es ging in ‚kreuz und quer‘ nicht nur um Informationen aus dem Bereich der Kirche. Sabine Langenbach hat sich auch immer den Fragen des Glaubens angenommen. Bis zu 16.000 Hörer hat ‚kreuz und quer‘ an den Sonntagen erreicht. Mit welchem Gottesdienst bei uns im Kirchenkreis könnten wir das schaffen“, blickt Klaus Majoress, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, zurück. „Wir werden ‚kreuz und quer‘ mit Sabine Langebach sehr vermissen und sagen ihr für ihren großen Einsatz und ihre sehr gute Arbeit unseren tiefen Dank.“

Dieser Danksagung schließt sich Martina Espelöer, Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Iserlohn, in vollem Umfang an: „Sabine Langenbach hat als Radio-Moderatorin christliche Themen rund um Glauben und Bibel für die Evangelischen Kirchenkreise Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg mit großem Engagement aufbereitet. Unzähligen Menschen hat sie am Sonntagmorgen das Wort der Ermutigung ins Haus gebracht. Für ihren Einsatz danke ich Frau Langenbach und Radio MK, die uns den Sendeplatz zur Verfügung gestellt haben.“

Als ‚kreuz und quer‘ am 5. September 1993 zum ersten Mal on air ging, war nicht abzusehen, dass das Format fast ein Vierteljahrhundert überdauern und auf mehr als 1300 Ausgaben kommen würde. Immer wieder sonntags zwischen acht und neun Uhr und in zahlreichen Sondersendungen zu christlichen Feiertagen widmete sich Sabine Langenbach dem kirchlichen Leben im Märkischen Kreis und auf der ganzen Welt. Nur ein einziges Mal musste sie eine Sendung ausfallen lassen. Vor vielen Jahren konnte sie an einem Silvestersonntag nicht von Altena nach Iserlohn fahren – wegen Glatteis.

Verantwortlich für die Inhalte der Sendung war Sabine Langenbach größtenteils allein. Die Redaktionsleitung von Radio MK ließ ihr dabei freie Hand. Über die Jahre gehörten aber viele Wegbegleiter zum Team der Sendung: Pfarrerin Bärbel Wilde aus Lüdenscheid war am Zustandekommen der Sendung maßgeblich beteiligt. Ebenfalls aktiv: Pfarrer Rainer Gremmels von der Christuskirche Lüdenscheid und Vikar Reinhard Ellsel (inzwischen Pfarrer außerhalb des Märkischen Kreises). Auch auf Unterstützung von Radio MK konnte sich Sabine Langenbach verlassen. In der Veranstaltergemeinschaft des Senders unterstützte Geschäftsführer Friedhelm Kowalski die Sendung. Außerdem arbeitete ihr André Günther als Reporter zu, Moderator Philipp Prehl übernahm Vertretungsschichten.

Auch auf prominente Interviewgäste kann man bei ‚kreuz und quer‘ zurückblicken. Unter anderem waren dies Christoph Maria Herbst, der sich als Beter „outete“ und erzählte, dass er den christlichen Glauben mit der "Muttermilch aufgesogen habe"; Margarete Schreinemakers, die lachend sagte, dass Gott schon seit 1000 Jahren ihr Freund wäre. Markus Maria Profitlich und Eckart von Hirschhausen haben auch über die Relevanz des Glaubens in ihrem Leben berichtet. Auch Politiker wie Jürgen Rüttgers und Günther Beckstein waren Interviewpartner.

Ein besonderes Interview führte Langenbach nach eigenen Angaben vor etwa zwei Jahren mit einer Holocaust-Überlebenden. „Ich war so bewegt von der positiven Ausstrahlung dieser Frau, die keinen Hass empfinden wollte – und die nach Jahrzehnten wieder angefangen hat, ihre Muttersprache Deutsch zu lernen. Tränen beim Interview – das gab es so sonst nicht!“, erinnert sich Langenbach. Auch über die Sendung hinaus war ‚kreuz und quer‘ für Hörer erlebbar. So veranstaltete Radio MK zum Beispiel zwei Konzerte mit der Gruppe ‚Falk and Sons‘ in der Erlöserkirche Lüdenscheid.

In den 25 Jahren der Sendung hat Sabine Langenbach auch die technische Entwicklung des Mediums Radio hautnah erlebt. So schnitt sie früher Reportagen und Interviews noch mit Bandmaschine. Spätestens seit der Jahrtausendwende sind längst Computer und digitale Schnittsysteme an die Stelle von klobigen Bandmaschinen getreten. Dazu kamen Internet, Homepage und Social Media. Die Arbeitsabläufe blieben aber über all die Jahre gleich: 4:20 Uhr aufstehen, in den Sender fahren, Manuskripte schreiben, Beiträge anhören, selber noch O- Töne schneiden und Moderationen fertig schreiben, bis es dann kurz nach acht Uhr Zeit für ein „Guten Morgen“ an die Hörer war. Immer nach der Sendung machte sich Sabine Langenbach stets direkt auf den Weg zum Gottesdienst.

Karsten Meininghaus als Vorstandsvorsitzender von Radio MK würdigte die Leistung von Sabine Langenbach ebenfalls. „Ein 25 Jahre langes Engagement, das jeden Sonntag einen persönlichen Einsatz fordert und eine ständige gedankliche Präsenz mit sich bringt, ist eine große Lebensleistung. Die Sendung hat Radio MK mit der christlichen Welt im Märkischen Kreis verwurzelt.“

Angesprochen auf ihre Gefühlslage zum anstehenden Ende der Sendung sagt Sabine Langenbach: „Eine sehr wichtige Ära in meinem Leben geht zu Ende. Ohne ‚kreuz und quer‘ wäre ich heute vermutlich nicht da, wo ich bin. Ich habe sehr viel gelernt in diesem knappen Vierteljahrhundert. Dafür möchte ich allen danken, die mich auf diesem Weg begleitet und mich unterstützt haben“.
Auch nach dem Ende von ‚kreuz und quer‘ bleibt Sabine Langenbach dem Journalismus treu und auch ohne ihre spezielle ‚Sonntagsarbeit‘ wird bei dem ‚Multitalent‘ keine Langeweile aufkommen. Langenbach wird weiterhin im Journalismus in vielen Bereichen tätig sein und hat auch schon neue Projekte im Blick und dennoch freut sie sich auch auf die neue Situation: „Nach fast 25 Jahren einen freien Tag in der Woche zu haben und damit die Möglichkeit mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können, bereitet mir auch Vorfreude.“

Das Team von Radio MK und die beiden Ev. Kirchenkreise in Lüdenscheid-Plettenberg und Iserlohn danken Sabine Langebach für ihr großes Engagement und wünschen ihr alles Gute.


Text: Radio MK / Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg

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