Frauenarbeit

Während der Lydiamesse in Schwerte

Wir wollen Raum schaffen für weibliche Spiritualität und einen frauenspezifischen Blick auf biblische Texte. Darum bieten wir regelmäßig die besondere Gottesdienstform der Lydiamesse an. In  unseren Lila Salons in Schwerte, Iserlohn und Menden haben Frauen die Gelegenheit, sich über frauenspezifische Themen aus Kirche und Gesellschaft auszutauschen und sich  miteinander zu vernetzen.

Wir organisieren Ausstellungen von Künstlerinnen, deren Arbeiten sich mit biblischen Aspekten sowie Themen aus Kirche und Kultur auseinandersetzen. Wir unterstützen Frauen in den Gemeinden vor Ort durch gemeinsame Gottesdienstgestaltung und durch thematische Angebote in den verschiedenen Frauengruppen.

Wir begleiten Frauen in schwierigen Lebenslagen durch Beratung und Seelsorge. Wir setzen uns für eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen in allen Gremien und Aufgabenbereichen des Kirchenkreises ein.

Wir fördern im Bereich der Gleichstellungsarbeit durch die Gleichstellungsbeauftragte ein gerechtes Miteinander der hauptamtlich beschäftigten Frauen und Männer im Kirchenkreis, in den Gemeinden und Einrichtungen. Das Gleichstellungsgesetz der Landeskirche bietet dafür die Grundlage.

Unsere Arbeit wird begleitet durch den Synodalen Ausschuss für Frauenarbeit. In ihm engagieren sich ehren- und hauptamtliche Frauen aus den Gemeinden des Kirchenkreises.

Neues Programm der Frauenarbeit erschienen

Das neue Programm für das 1. Halbjahr 2019 ist da. 

Wir laden Sie wieder herzlich zu unseren Veranstaltungen ein. Auf Sie wartet ein bunter Strauß an Themen, die neugierig machen sollen, indem wir z. B. Lebenssituationen in den Blick nehmen, die unsere besondere Aufmerksamkeit und Solidarität brauchen.

Wie immer sind aber auch Themen dabei, die die persönliche Lebensgestaltung reflektieren oder einfach Spaß machen. Sie sollen auch diese Themen genießen dürfen, können sie doch Kraftquelle in unserem Lebensalltag sein.

Hier geht es zum aktuellen Programm.

 

 

4. Frauenmahl in Schwerte: "Es ist noch nicht vollendet"

"Es ist noch nicht vollendet..." Demokratie braucht Feminismus - so ist der Titel des 4. Frauenmahls, das am Freitag, 6. September 2019, ab 18  Uhr in der St. Viktor-Kirche Schwerte stattfindet. Frauen kommen zu einem gemeinsamen festlichen Essen zusammen. Sie hören vier Tischreden zur Zukunft von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Die Gäste haben die Gelegenheit, sich über das Gehörte auszutauschen und miteinander zu diskutieren.

 Zum Programm geht es hier.

Hiltrud neben Ayse: Erster Sarah-Hagar Tag in Schwerte

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und deshalb saß zu Beginn des Sarah-Hagar-Begegnungstages am 24. November 2018 auch Hiltrud neben Anja und Ayse neben Nigar. Doch das sollte nicht lange so bleiben. Die Organisatorinnen des ersten Schwerter Sarah-Hagar-Tages mischten die 50 teilnehmenden Frauen gleich zu Anfang an ihren Tischen. Denn Ziel des Tages sollte ein gegenseitiger Austausch sein und ein Kennenlernen über die alltäglichen Berührungsängste und vermeintlichen Grenzen hinweg. Und so saßen z.B. muslimische Frauen, die zwar lange schon in Deutschland leben, aber erst jetzt einen Deutschkurs machen, neben christlichen Frauen, die in der Evangelischen Kirche mitarbeiten und interessiert sind an einem interreligiösen Austausch.

Pfarrerin und Frauenreferentin Ruth Hansen eröffnete den Tag zusammen mit der muslimischen Theologin Nigar Yardim aus Duisburg. Sie erzählten von den biblischen Frauenfiguren Sarah und Hagar und ordneten die Geschichten der religiösen Urmütter in den jeweils muslimischen und christlichen Kontext ein. Sarah und Hagar haben in der hebräischen Bibel eine wechselvolle Geschichte miteinander. Sarah ist die Ehefrau von Abraham. Sie ist die Herrin, Hagar dagegen ist ihre Sklavin, die aus Ägypten kommt. Sarahs Ehemann Abraham hatte Gott immer wieder versprochen, dass sich aus seinen Nachkommen ein großes Volk entwickeln sollte. Allerdings blieb seine Frau Sarah kinderlos. Für eine Frau in der damaligen Zeit war das eine Katastrophe. Denn Kinder bekommen zu können, wurde als ihr wesentlicher Lebenszweck angesehen. In ihrer Not kommt Sarah auf die Idee, dass ihr Mann Abraham mit ihrer Sklavin schlafen könnte. Das Kind, das dabei entstehen würde, sollte dann als Sarahs Kind angesehen werden. Eine frühe Form der Leihmutterschaft. Abraham stimmt Sarahs Plan zu. Hagar, die fremde Sklavin wird nicht gefragt. Als Hagar bemerkt, dass sie schwanger ist, entwickelt sich ein Konflikt zwischen den beiden Frauen, zwischen Herrin und Sklavin. Das Machtgefüge gerät durcheinander. Hagar fühlt sich Sarah überlegen und achtet sie gering. Sarah wiederum demütigt Hagar. Als Hagar die Demütigungen Sarahs nicht mehr ertragen kann, flieht sie. Sie läuft fort, ohne zu wissen wohin, einfach weg in die Wüste. Hier bricht sie zusammen ohne Wasser und Nahrung, ohne Hoffnung für sich und ihr ungeborenes Kind.

Und genau hier, im Nirgendwo, an einer Wasserstelle mitten in der Wüste, wird sie die Fremde, die vor Leid und Unterdrückung geflohen ist, von einem Boten Gottes gefunden. Dieser Bote kennt ihren Namen und er kennt ihre Situation. In der Geschichte ist sie bis dahin die namenlose Sklavin, jetzt wird sie bei ihrem Namen genannt. Sie ist Hagar, die Sklavin Sarahs. Dreimal spricht der Bote sie an. Was er ihr mitteilt, das schwankt zwischen Zumutung und Rettung: Sie soll zurückkehren zu Sarah und soll dort weiterhin als ihre Sklavin leben. Aber sie erhält auch die Zusage einer Zukunft für sich und ihr ungeborenes Kind. Auch aus ihrem Sohn soll einmal ein großes Volk werden, so groß, dass man die Menge nicht zählen kann. Der Name ihres Kindes soll Ismael sein. Das heißt übersetzt: Gott hört, denn Gott hat die Klage Hagars gehört. Gott überlässt Hagar in dieser Geschichte nicht sich selbst. Sie sieht ihre Not und gibt ihr Würde und Ansehen. Hagar wird anders zurückgehen in das Haus von Sarah und Abram. Gott sieht Hagar an und so nennt Hagar Gott dann auch: „Du bist ein Gott des Hinschauens. Du siehst mich.“ Sie ist damit der erste Mensch und die erste Frau in der Bibel, die Gott einen Namen gibt, die erste Theologin überhaupt.

 

Diese beiden beeindruckenden Frauengestalten inspirierten die Teilnehmerinnen über den Tag hinweg. Zwei Impulse von Aynur Akdeniz, Integrationsrat der Stadt Schwerte und Nicole Richter, Frauenreferat der EKvW im IKG, eröffneten das Gespräch über die eigene Lebensgeschichte und das Mutter- und Tochtersein in all ihrer Vielfalt. Auch beim kulturell bunten Mittagessen riss der Gesprächsfaden unter den Frauen nicht ab. Verschiedene Workshops luden am Nachmittag zur gemeinsamen Aktion ein. Die Frauen sangen gemeinsam türkische Kinder- und bekannte Kulturlieder sowie neues geistliches Liedgut aus dem christlichen Kontext. Eine Künstlerin lud zur Gestaltung eines gemeinsamen Kunstwerkes aus Henna und Tee ein, das später präsentiert wurde. Das Resümee des Tages lautete: „Mehr davon!“ Bei einem nächsten Treffen solle wieder ausreichend Zeit für Begegnung sein und mehr Mädchen mitgebracht werden, damit auch christliche und muslimische Töchter einander in dem besonderen Rahmen kennenlernen können.

Nicole Richter

 

 

Weitere Bilder vom Sarah Hagar Tag