1. Tagung der Kreissynode am 9. Juni 2018

Hier finden Sie die Ergebnisse der Tagung der Kreissynode.
Die Kreissynode begann mit einem Abendmahlsgottesdienst um 8.30 Uhr in der Obersten Stadtkirche Iserlohn. Synodalpredigerin war Pfarrerin Merle Vokkert, Evangelische Kirchengemeinde Altena.
Sie wurde um 10 Uhr im Varnhagenhaus Iserlohn fortgesetzt.

Grußwort der Landeskirche

Oberkirchenrätin Doris Damke, Bielefeld, übermittelte der Kreissynode die Grüße der Landeskirche. Sie legte in ihrem Grußwort die Tageslosung aus:"Der HERR erforscht alle Herzen und kennt alles Sinnen und Trachten der Gedanken" (1.Chronik 28,9). Sie erinnerte daran, dass bei allen anstehenden Entscheidungen in Zeiten großer Veränderungen es "gut tut, auf Gottes Wort zu hören." Deshalb beginne die Kreissynode auch immer mit einem Gottesdienst, um in allen Personen- und Sachfragen im Hören auf Gottes Wort Orientierung zu empfangen.

Bericht der Superintendentin

In dem Bericht der Superintendentin standen die Synodalen Dienste im Mittelpunkt, insbesondere die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. So bot das Reformationsjubiläum viele Anlässe der Begegnung auch mit jungen Menschen, um miteinander über Glauben und Glaubenswerte ins Gespräch zu kommen.

In der Kirchenmusik ist die Nachwuchsförderung ein Thema, indem sich Jugendliche als nebenberufliche Kirchenmusiker ausbilden lassen (D-Kurse). Auch der  Religionsunterricht ist ein unverzichtbares Stück Kirche und wirke hinein in den öffentlichen Raum. Erstmals sind auch zwei Jugendliche mit Sitz und Stimme auf der Kreissynode vertreten. Diesmal noch als Gäste, dann als Synodale.

Die Veränderungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen lasse sich in den Kirchengemeinden insbesondere am Kindergottesdienst erkennen, so die Superintendentin weiter: Familien, die sich neu zusammensetzen, in mehreren Städten leben, Veränderungen in der Gestaltung des Sonntagsvormittags praktizieren. Ihre Hoffnung nach religiöser Orientierung darin aufzugreifen, sei aber nicht leicht.

Zur Flüchtlingsarbeit sagt die Superintendentin: „Es ist wichtig, dass wir als Kirche hier in unserem diakonischen Handeln nicht nachlassen und Zeichen der Humanität und Barmherzigkeit setzen, auch wenn wir damit anecken.“ Zudem bringen geflüchtete Menschen Fragen mit, die auch für die eigene Identität von Bedeutung seien.

Die Seelsorge in den Kirchengemeinden wie auch in der Spezialseelsorge (Schulen, Krankenhäuser, Altenheimen, Gefängnissen u.a.) werde nachgefragt und hat in der Gesellschaft weiterhin einen hohen Stellenwert.

Unter dem Titel „Fröhlich in Hoffnung“ stellte Superintendentin Espelöer die Arbeit des Frauenreferats vor, das denjenigen, die wenig oder gar nicht mehr religiös sozialisiert sind, neue Angebote macht und damit voran gehe in der Öffnung kirchlicher Organisationen.

Abschließend: „Was für uns alle noch einmal deutlich wird, ist meines Erachtens, dass wir vor allem anderen über unseren Glauben reden, erzählen müssen, in Wort, Musik und Stille, in der Hoffnung, die uns in allen Herausforderungen trägt!“, sagte Superintendentin Martina Espelöer.

Wiederwahl der Superintendentin

Oberkirchenrätin Doris Damke, Superintendent Klaus Majoress, Superintendentin Martina Espelöer

Auf der Kreissynode wurde auch Superintendentin Martina Espelöer, die seit 2010 im Amt ist, als Superintendentin wiedergewählt. Sie erhielt 86 Ja-Stimmen bei 13 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen. Die Wiederwahl erfolgt für die Zeit bis zur nächsten turnusmäßigen Wahl aller Leitungsämter und Ausschüsse im Kirchenkreis im Jahr 2020.

Zur Wiederwahl gratulierte auch Superintendent Klaus Majoress aus dem Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg und überreichte ein Präsent.

Kreiskirchliche Verwaltung

Verwaltungsleitung Bernd Göbert

Verwaltungsleiter Bernd Göbert hat die Synodalen über den aktuellen Stand des seit dem 1.1.2018 bestehenden neuen Kreiskirchenamtes Sauerland-Hellweg  informiert, das sich aus den ehemaligen Kreiskirchenämtern Iserlohn-Lüdenscheid und Soest/Arnsberg zusammensetzt und eine gemeinsame Verwaltung für vier Kirchenkreise und rund 280.000 Gemeindeglieder bildet. 

Die Umbauarbeiten am Hauptstandort Iserlohn gehen voran. Im Zuge dessen sind die Synodalen Dienste (außer das Schulreferat) in das benachbarte Varnhagenhaus umgezogen. Auch die Mitarbeitervertretung hat hier ein neues Büro erhalten.

Grußwort Eliki Bonanga

vl. Pfarrer Burckhardt Hölscher, Superintendentin Martina Espelöer, Kirchenpräsident Eliki Bonanga, MÖWe-Pfarrer Martin Ahlhaus

Auch die weltweite Ökumene war ein Thema auf der Kreissynode. Als Gast konnten die Synodalen Pfarrer Eliki Bonanga, Kirchenpräsident der Jüngerkirche im Kongo, begrüßen, der vor der Kreissynode ein Grußwort hielt. Der Kirchenpräsident freute sich, trotz größerer Schwierigkeiten bei der Visa-Vergabe doch noch den Besuch im Kirchenkreis machen zu können und lud Superintendentin Espelöer für einen Gegenbesuch nach Boende und Lofoy in den Kongo ein.
Eliki Bonanga ist auf Einladung des Partnerschafts-ausschusses zu Gast im Kirchenkreis bis zum 26. Juni. Sein letzter Besuch im Kirchenkreis liegt erst ein Jahr zurück. Der Kirchenkreis pflegt seit mehr als 30 Jahren eine enge Partnerschaft mit den Kirchenkreisen Boende und Lofoy im Kongo, die zur Jüngerkirche gehören.

 

 

Aufruf für Demokratie und Menschenrechte im Kongo

Pfarrer Martin Ahlhaus, MÖWe Regionalpfarrer

Die Kreissynode macht sich den Aufruf des Partnerschaftsausschusses Kongo und des Ausschusses für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung zu eigen. Sie bittet die Landessynode über geeignete Schritte zu beraten und zu beschließen, mit denen die EKvW im Sinne des Aufrufs in dieser dramatisch zugespitzten Situation in der DR Kongo wirksam für Demokratie und Menschenrechte Einfluss nehmen kann. 

Ergebnis Umfrage Kitas

Pfarrer Uwe Krause, Evangelische Kirchengemeinden Dahle und Evingsen

Im August 2017 ist ein Fragebogen an die 35 Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis gegangen, um über die eigene Situation zu informieren. Die Auswertung verdeutlicht den hohen Stellenwert, den die Tageseinrichtungen für Kinder in den Kirchengemeinden und im Trägerverbund als Bildungseinrichtung und kirchlicher Ort haben. Dies zeigt sich unter anderem an der breiten Akzeptanz und Teilnahme an dem die pädagogische Qualität weiter entwickelnden BETA-Gütesiegel, an der Zusammenarbeit in Kindergarten- und Familiengottesdiensten und der Bedeutung der Einrichtungen als Baustein des Gemeindeaufbaus.

Nötig aber ist eine transparente Darstellung der Finanzierung, die als Grundlage für die Weiterarbeit an diesem Thema gilt.   

 

 

Situation Trägerverbund für Kindertageseinrichtungen

Pfarrerin Merle Vokkert, Vorsitzende Leitungsausschuss Trägerverbund für Kindertageseinrichtungen

Wie bei anderen Trägern auch, ist die Finanzlage für die 21 Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft des Kirchenkreises (Trägerverbund) wegen der Nichtauskömmlichkeit durch das Kibiz-Gesetz angespannt. Auch das Trägerrettungspaket des Landes NRW bringt nur eine kleine Erleichterung. Hinzu kommen die Kostensteigerungen für das Personal durch die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst um mehr als 7 % in mehreren Schritten ab dem 1.06.2018 bis zum 1.3.2020.

Hier müssen weitere Wege gesucht werden, um die frühkindliche religiöse Bildungsarbeit, die den Kirchengemeinden und dem Kirchenkreis am Herzen liegen, fortführen zu können. Hier ist die Geschäftsführung mit den Kommunen im Gespräch darüber, die Trägeranteile -immerhin 12 % - neu zu verhandeln.

Haushaltsplan 2018/2019 Kindertageseinrichtungen

Bernd Göbert hat der Kreissynode den Haushaltsplan 2018/2019 des Trägerverbundes der Tageseinrichtungen für Kinder im Ev. Kirchenkreis Iserlohn vorgestellt, der ein Volumen von 10,5 Millionen Euro aufweist.  Der größte Anteil an den Kosten sind die Personalkosten (83 %), die seit 2015 um 12 % gestiegen sind, ohne dass diese Kostensteigerung durch die Kindpauschale durch das Kibiz-Gesetz von 1,5% bis 3 % jährlich aufgefangen werden kann.

Nach einer ersten notwendigen Konsolidierungsphase plant der Kirchenkreis, im kommenden Kindergartenjahr 2018/2019 wieder einen Gewinn zu erwirtschaften.

Das aber heißt, das fast alle Einrichtungen mit der Personalausstattung nur am Minimum der geforderten Fachkraft-Stunden sind und fast keine Einrichtung eine Freustellung mehr hat.

 

 

Sachstand Diskussion Finanzsatzung

Jörg Freiburg, Synodalältester und Mitglied des Finanzausschusses

Bei der Diskussion um die Finanzsatzung geht es darum, die Mittelvergabe auf den Prüfstand zu stellen, um Bewährtes zu erkennen, aber auch neue Wege aufzuzeigen. Wesentliche Frage ist, ob die schwerpunktmäßige Verteilung der Mittel nach Gemeindemitgliedern nicht genau der richtige Weg ist. Der Synodalälteste Jörg Freiburg führt anhand einiger markanter Punkte in die Diskussion ein und zeigte, wie komplex die Zusammenhänge bei der Mittelvergabe sind. Das Thema wird den Kirchenkreis auch weiterhin beschäftigen.

 

 

Verwendung Rücklage

Jörg Freiburg, Synodalältester und Mitglied im Finanzausschuss hat auch die Verwendung der Rücklage vorgestelllt: Gemäß dem Gedanken, in guten für die schlechten Jahre zu sparen, hat der Kirchenkreis vor einigen Jahren eine gemeinsame Rücklage für die Kirchengemeinden in Höhe von 1 Million Euro angelegt. Diese Rücklage speist sich aus dem Anteil der Kirchensteuermehreinnahmen der Gemeinden.

Das Geld aus der Rücklage können die Kirchengemeinden bei einem Absinken der Kirchensteuereinnahmen erhalten, um künftige Mindereinnahmen aus Kirchensteuermitteln abzufedern und um notwendige Maßnahmen zur Reduzierung der Ausgaben ergreifen zu können.

Als Berechnungsgrundlage wird die endgültige Zuweisung für das Jahr 2017 genommen. Ein relevantes Absinken liegt vor, wenn das Kirchensteueraufkommen um 2, 5 % gegenüber dem Aufkommen in 2017 abgesunken ist. Dann erhalten die Kirchengemeinden eine Ausschüttung in Höhe der prozentualen Hälfte des Absinkens (Beispiel: Im Jahr 2021: Absinken 2,6 %, ergibt eine Ausschüttung von 1,3 %)

Kirchensteuermehreinnahmen 2017

Synodalälteste Birgit Winks-Schwarze, Vorsitzende des Synodalen Finanzausschusses

Rückwirkend für 2017 können Kirchensteuermehreinnahmen in Höhe von 862.230,94 Euro den 25 Kirchengemeinden zugewiesen werden. Die Mehreinnahmen dienen der Stärkung der zukünftigen Substanz der Kirchengemeinden sowie der Rücklagen. 

Rückblick Reformationsjubiläum

Pfarrerin Ruth Hansen, Pfarrer Frank Fiedler und Pfarrer Karl-Heinz Struve haben anhand einer Präsentation die Höhepunkte aus den Kirchengemeinden zum Reformationsjubiläum Revue passieren lassen sowie Aspekte zur Weiterarbeit vorgestellt.
Die Präsentation, für das Internet aufbereitet, finden Sie hier.

Zudem haben die Synodalen eine Broschüre zum Reformationsjubiläum erhalten, in denen die Texte, Fotos und Höhepunkte gesammelt und zur weiteren Verwendung ansprechend aufbereitet wurden. Ein Beiheft versammelt Predigten, die in den Kirchengemeinden am Reformationstag 2017 gehalten wurden.

 

 

 

Antrag Ökumene

Pfarrerin Dorothea Goudefroy, Vorsitzende des Ausschusses für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung

Die Kreissynode hat sich zudem mit den Auswirkungen des Reformationsjubiläums auf die Ökumene beschäftigt. Sie hat sich entschlossen, die Selbstverpflichtungen der ökumenischen Aufrufe, die im vergangenen Jahr von den katholischen Bistümern in Nordrhein-Westfalen und der Evangelischen Kirche in Westfalen sowie in Lippe veröffentlicht wurden, aufzunehmen und für die eigene Arbeit fruchtbar zu machen. Insbesondere geht es darum, die gegenseitige Beratung und Konsultation zu stärken. So sollen ständige Gäste aus den Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) ab der Konstituierung der Kreissynode 2020 in die Kreissynode und in kreiskirchliche Ausschüsse berufen werden, soweit das sinnvoll erscheint.

 

 

Wahlen / Nachnominierungen

Pfarrerin Ruth Hansen, Vorsitzende des Nominierungsausschusses

In den Nominierungsausschuss wurde Ernst Zeppenfeld, Hagen-Hohenlimburg, gewählt.
Die Synodalbeauftragung für den Bereich Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung liegt nun bei Pfarrer Hartmut Görler, Schwerte.
Die Synodalbeauftragungen ACK und Catholica sind zusammengelegt worden. Für beides ist nun Pfarrerin Dorothea Goudefroy verantwortlich als Synodalbeauftragte.
Die Synodalbeauftragung für die Seelsorge an Blinden nehmen Pfarrer i.R. Paul-Gerhard Zywitz und Pfarrer Peter Philipps, beide Iserlohn, gemeinsam wahr.
Als Synodalbeauftrage für Polzei, Feuerwehr und Notfallseelsorge wurde Klinikseelsorgerin Gudrun Siebert gewählt.
Für die Männerarbeit ist nun Pfarrer Christian Mayer zuständig als Synodalbeauftragter.
In den regionalen Arbeitskreis für Mission, Ökumene und Weltverantwortung wurden Pfarrer Hartmut Görler, Schwerte, und Rolf Borscheid, Iserlohn, gewählt.   

Antrag auf einen ökumenischen Mitarbeiter aus der DR Kongo

Einbringung: Pfarrer Burckhardt Hölscher, Vorsitzender Partnerschaftsausschuss Kongo

Geht es nach dem Willen des Evangelischen Kirchenkreises, könnte schon bald ein Pfarrer oder eine Pfarrerin aus der DR Kongo im Kirchenkreis als ökumenischer Mitarbeiter tätig sein. Dieser Personalaustausch wird über die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Sitz in Wuppertal für drei, maximal sechs Jahre ermöglicht. Die Evangelische Kirche von Westfalen beteiligt sich seit mehreren Jahren an diesem Austauschprogramm finanziell. Ein weiterer Teil wird durch den Kirchenkreis getragen.

Die Kreissynode beantragt nun bei der Landessynode, sich beim Vorstand der VEM für die Besetzung einer Pfarrstelle im Süd-Nord-Personalaustausch im Evangelischen Kirchenkreis einzusetzen.  

 

 

 

Gemeinsamer Antrag von vier Kirchengemeinden

Friedhelm Kowalski, Synodaler Christus-Kirchengemeinde Iserlohn

Die Kreissynode hat einen Antrag der Kirchengemeinden Christus-Iserlohn, Oestrich-Dröschede, Letmathe und Ergste entgegen genommen, ihn beraten und mit Änderungen als Antrag an die Landessynode gestellt. Darin geht es darum, dass die Landeskirche die Struktur der Kirchensteuerverteilung überdenken möge. Mit dem Antrag soll ein Diskussionsprozess innerhalb der westfälischen Landeskirche über die Verteilung der Kirchensteuer in Gang gebracht werden, der nach zwei Jahren Dialog zu konkreten Ergebnisse führen möge.

Antrag Presbyter, Jugendsynode

Frank Pientka, Synodaler

Die Anträge der Kirchengemeinde Ergste werden wie folgt aufgenommen und als Antrag an die Landessynode gestellt:

1. Antrag: Die Kreissynode bittet die Landessynode über geeignete Maßnahmen nachzudenken und eine Änderung der Kirchenordnung vorzubereiten, um eine stärkere Einbindung der Presbyterien bei Entscheidungen und mehr Wahlmöglichkeiten zu ermöglichen.

2. Antrag: Die Landessynode möge für die Evangelische Kirche von Westfalen im Jahr 2020 eine eigene regelmäßige Jugendsynode einberufen. Parallel soll im Kirchenkreis das Jugendreferat ein regelmäßiges Jugendforum organisieren. 

 

 

Pfarrhaus-Fonds für Zuschüsse zur energetischen Sanierung

Einbringer war Pfarrer Burckhardt Hölscher, Ev. Kirchengemeinde Letmathe.
Der Antrag auf Einrichtung eines Pfarrhausfonds wird zur Prüfung an den Synodalen Finanzausschuss angenommen. Auf der Herbstsynode am 14.11.2018 soll das Ergebnis dieser Prüfung vorgelegt werden.