Runder Tisch der Religionen

Jugendliche werden mit Friedenspreis ausgezeichnet

"Frieden und Unfrieden prallen auch in unserem Lande massiv aufeinander. Das ungeheure gewalttätige Geschehen in Berlin zeigt uns, wie wichtig es ist, den Frieden vorzubereiten, gemeinsam einzustehen für das Miteinander der Kulturen und Religionen. Wir lassen uns nicht entmutigen", sagte Superintendentin Martina Espelöer zur Eröffnung der Feierlichkeiten anlässlich der Verleihung des Friedenspreises vor rund 100 Gästen. Als ein Gegengewicht zu den verstörenden Bildern und Nachrichten dieser Tage mutete die Verleihung des Friedenspreises für Jugendliche an, die sich darüber Gedanken gemacht haben, was für sie Frieden bedeutet und wie sie selbst zum Frieden in ihrem Alltag beitragen könnten. 

Michael Scheffler, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Iserlohn, sprach davon, dass das Engagement für den Frieden und die Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir Frieden erhalten ooder erreichen können, eine der größten Herausforderungen der Menschheit sei und bleibe. Auch wenn wir nicht aus eigenem Erleben wüssten, was Krieg sei, könnten wir das durch die Begegnung mit Flüchtlingen erahnen, sagte MdL Scheffler.

Und das sind die Preisträger:

Kategorie Einzelpreis: „Ich werde Frieden schaffen in der Welt“.

Die Geschichte der 12-jährigen Jule Bergmann aus Iserlohner beginnt mit einem Traum, in dem sie sehr nachvollziehbar beschreibt, wie es sich anfühlen muss, im Krieg leben zu müssen. Dann fasst sie den Entschluss, „Ich werde Frieden schaffen in der Welt“. Laudator Erich Reinke, Geschäftsführer des Ev. Jugendreferats Iserlohn, sagt: „Ich finde diesen Satz einfach großartig. Sie schreibt nicht: ‚Jetzt schafft doch bitte alle mal Frieden‘ und sie klagt auch niemanden an. Gerade mit 12 Jahren, wo die Pubertät schon eine Rolle spielt, wo alles kritisch durchleuchtet wird, wo rebelliert wird. Eigentlich ist man in dieser Phase gegen alles. Sie aber fängt bei sich persönlich an“.

 

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Kategorie Einzelpreis: Die Taube als Friedenssymbol

re. Benjamin Ebenfeld

Die Szene ist ganz einfach: eine Taube am Fenster. Aufgenommen mit einer Kamera vom 14-jährigen Benjamin Ebenfeld aus Hohenlimburg-Elsey. Die weiße Taube als Symbol für den Frieden. Hier ist er ganz nah. „Das Foto fasziniert mich, weil es durch seine Klarheit und Einfachheit den Frieden und den Wunsch nach Frieden, die Sehnsucht in uns so deutlich macht“, sagt Laudator Erich Reinke.

Kategorie Sonderpreis: Appell an die Menschlichkeit

Verheerendes Kriegsgeschehen und Massenflucht spielt in mehreren Beiträgen unübersehbar eine Rolle. Sere Haji Khaled hebt diesen schwerwiegenden Mangel an Frieden in den Blickpunkt, indem sie erschütternde Gräueltaten der IS zum Gegenstand ihrer Geschichte vom Frieden macht. Sie ruft zum Stopp des Völkermords im Nordirak auf. Sie appelliert an die Menschlichkeit, zu helfen, bevor es zu spät ist. Ihr Bruder Serdasht Haji Khaled fügt seine Gedanken hinzu: Frieden braucht Freiheit. Frei sein, frei das zu tun, was man will und wie man es will … anders sein dürfen, anders gläubig, anders farbig, ausländisch oder nicht. Jeder soll gleich behandelt werden.

Hier können Sie die Geschichte von Sere lesen.

Hier können Sie die Geschichte von Serdasht lesen.

Kategorie Sonderpreis: Friedenswünsche steigen in den Himmel auf

Leonie-Sophie Esser, Michelle Früh und Hannah Lilly Seeberg haben verschiedene Interviews mit Menschen aus Iserlohn geführt, in der Fußgängerpassage, in der Schule, im Kindergarten. Sie haben ihre Interviewpartner gefragt: Was ist Frieden? Und was wünschen sie sich? Die Wünsche haben sie aufgeschrieben, die Wunschzettel an Luftballons gebunden und die Ballons in die Luft aufsteigen lassen. Entstanden ist ein 22-minütiges Video.

Hier sehen Sie eine Kurzfassung des Videos

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Kategorie Sonderpreis: Plädoyer für Zusammenhalt und Freundschaft

Die KjG Bösperde um Sophie, Elisa, Leonie, Jonas, Benita, Tim hat in ihrem 3-minütigen Video die menschlichen Tugenden in den Mittelpunkt gestellt. Der fast gänzlich in schwarz-weiß gehaltene Filmbeitrag kommt ohne Worte aus. Auf Blättern, die sie in die Kamera halten, steht geschrieben, was für sie Frieden bedeutet: Meinungsfreiheit, Toleranz, Gewaltlosigkeit, Selbstbestimmung, Zusammenhalt, Freundschaft.

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Kategorie Gruppenpreis: Was ist für dich Frieden?

Die Klassen der FS 15 A und die AVF 15 (das ist eine Flüchtlingsklasse) am Hönne-Berufskollegs Menden haben im September dieses Jahres einen Projekttag zum Thema Frieden veranstalteten. Die Schülerinnen und Schüler haben darüber gesprochen, was für sie Frieden ist. Herausgekommen ist ein 30-seitiges Fotobuch mit Kurzbeiträgen, Interviews mit den Flüchtlingen und Bildern. 

Antworten auf die Frage „Was bedeutet für dich Frieden?“: „Für mich? Miteinander reden, gute Kontakte haben, sich gegenseitig helfen und kein Streit.“ Und: „Wo erlebe ich Frieden in meinem Alltag?“ Dazu gab es vielfältige Antworten: … in stillen Stunden der Zugfahrt zur Schule … in der Ruhe, bevor das Klassenchaos losbricht … abends beim Beten … beim Feuer machen mit meinem Bruder … beim Zusammensein mit Freunden …“

Gerhard Schaper, Laudator Sonder- und Gruppenpreis: „Die Beiträge zum Thema „Meine Geschichte vom Frieden“ machen deutlich, dass die Dialoge zwischen den Menschen wichtig sind. Für friedliches Zusammenleben sind sie durch nichts zu ersetzen.  Jeder sollte anstreben, für das friedliche Miteinander in der Welt etwas besser zu machen.“

Bilder aus dem Fotobuch

 

Impressionen von der Preisverleihung