Otmar Alt macht neugierig auf Luther

Der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde, gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn und dem Iserlohner Kreisanzeiger ist es gelungen, die Ausstellung von Otmar Alt nach Iserlohn zu holen.
v.l. IKZ-Chefredakteur Thomas Reunert, Superintendentin Martina Espelöer und Künstler Otmar Alt zur Ausstellungseröffnung
In der Ausstellung werden kleinformatigen, farbenfrohen Gemälden große Werke in schwarz-weiß gegenübergestellt.
Ein Bild aus dem Luther-Zyklus / Bilder aus dem Zyklus: Otmar Alt Stiftung
...und dasselbe in schwarz-weiß.

Mit den Worten „Ich wünsche der Ausstellung gutes Gelingen und segensreiche Einblicke in das Leben und Werk Martin Luthers“ eröffnete Superintendentin Martina Espelöer die Ausstellung des Künstlers Otmar Alt „Luther – Der Verkünder“, die im Jubiläumsjahr der Reformation bis zum 6. Juni in der Reformierten Kirche Iserlohn, Wermingser Str. 9 (Fußgängerzone) zu sehen ist. 

In der 2015 erschienenen Otmar Alt Bibel setzt sich der Künstler aus Hamm bereits intensiv mit den Geschichten der Bibel auseinander. Zum Reformationsjubiläum hat sich der vielseitige Künstler mit den farbenfrohen Motiven dem Leben und Wirken von Martin Luther angenommen und eine Ausstellung mit 15 Bildpaaren erarbeitet, in der kleinformatige, farbige Gemälde  großen und in schwarzweiß gehaltenen Bildern gegenüberstehen, die der Künstler mit nur wenigen Farbakzenten versieht. Mit diesem „Kunstgriff“ möchte Otmar Alt den religiösen Wandel Luthers veranschaulichen. So können die kleinen Werke als Symbol für die katholische Lehre in all ihrer „Farbigkeit“ gesehen werden, wohingegen die großformatigen Leinwände die Reduziertheit der protestantischen Lehre widerspiegelten.

Der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde, gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn und dem Iserlohner Kreisanzeiger (IKZ) ist es gelungen, die Ausstellung nach Iserlohn zu holen. Otmar Alt, der zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 4. Mai, anwesend war, gab im Gespräch mit dem IKZ-Chefredakteur Thomas Reunert aus seinem Leben und Schaffen Auskunft. So erzählte er, ein Mann der frohen Farben, dass es ihm zuerst „eine Knechtschaft“ war, schwarzweiß zu malen und dass ihm die „katholischen“ Bilder leichter von der Hand gingen. Er sprach von seinem Vater, der Kirchenmusiker war, und von seiner Prägung über die Herrnhuter Brüdergemeine.  

„Der besondere Verdienst der Kunst ist es, darzustellen, was das Wort nicht mehr zu sagen vermag, was dahinter liegt“, würdigte Superintendentin Espelöer auch Otmar Alts Werke zur Luther-Ausstellung. Im Begriff der Freiheit treffen sich die Kunst und Martin Luther, dem die „Freiheit eines Christenmenschen“ sehr am Herzen lag, „wenngleich die Freiheit damals die Freiheit von Strafe und Sünde meinte“, erklärt sie weiter. Dr. Jochen F. Kirchhoff, Unternehmer und Förderer der Ausstellung, sprach vom Reformator als „Pionier der Bildungsarbeit“ und hob die Bedeutung der Bibelübersetzung für das Mündigwerden der Menschen hervor.

Das Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreises hat zudem Material zur Ausstellung entwickelt, so dass Lehrerinnen und Lehrer im Religionsunterricht mit den Bildern der Ausstellung arbeiten können. Das Material kann im Schulreferat des Kirchenkreises bestellt werden (E-Mail: hhallwass@­kk-ekvw.de) und eignet sich, um eigenständig mit Schülerinnen und Schülern ab Jahrgangsstufe 4 die Ausstellung zu besuchen. Geplante Führungen (auch in eigener Durchführung) sollten Interessenten mit Pfarrer Andres Michael Kuhn, Citypfarrer der Versöhnungskirchengemeinde, absprechen (E-Mail: kuhn@citypfarrer.de), damit die Kirche dann auch für die Führung zur Verfügung steht.

Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 6. Juni 2017, in der Reformierten Kirche Iserlohn montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr zu sehen.

Impressionen von der Vernissage