Jahresempfang fragte nach den Einflüssen der Reformation für heute

Superintendentin Martina Espelöer konnte wieder 130 Gäste aus Kirche, Diakonie, Politik und Wirtschaft begrüßen.
Gastreferentin war Dr. Christine Eichel, Berlin, die einen Vortrag zu Martin Luther und den Einflüssen der Reformation auf die Gesellschaft bis heute hielt.
Nach dem Vortrag gab es reichlich Gelegenheut, miteinander ins Gespräch zu kommen.
 

Das Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass, dem nachzuspüren, was es heißt, evangelisch zu sein, zu glauben und zu leben. Vieles aus der Zeit der Reformation wirkt bis heute nach und kann bei der Beantwortung dieser Fragen helfen. „Wichtiger aber als alle historische Beschäftigung und Spurensuche ist es, die Gottesfrage neu zu stellen: Wer hält uns im Leben und im Sterben?“, formulierte Superintendentin Martina Espelöer zum Jahresempfang des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn vor rund 130 Gästen aus Kirche, Diakonie sowie Wirtschaft und Politik. Und mit Martin Luther sprach sie: „Ihre Verbundenheit mit der Kirche halte ich für ganz wesentlich. Denn das Wort des Evangeliums will in die Welt, es sucht die Begegnung und den Austausch, um es schließlich recht auszulegen durch die Tat“. So habe es auch Luther gemeint, wenn er sagte, dass aus einem gläubigen Herz auch die gute Tat folge. Was verbindet, ist auch die gemeinsame Verantwortung für den Menschen.

Auf den Spuren Martin Luthers wandelte auch die Referentin des Abends, Frau Dr. Christine Eichel, Publizistin aus Berlin. Sie spürte in ihrem Vortrag zum Thema: „Deutschland, Lutherland. Warum uns die Reformation bis heute prägt“ dem reformatorischen Denken und Handeln in der Gegenwart nach. Ihre Aussage: Vieles, was uns als typisch deutsch erscheint – Fleiß, Sparsamkeit, Leselust oder Musikbegeisterung –, lässt sich als Erbe Luther’scher Überzeugungen analysieren. Dabei ging sie oft von Alltagserfahrungen aus. Dr. Eichel ging es darum zu zeigen, welche Werte die deutsche Gesellschaft heute noch prägt, aus welchem Fundus sie schöpfen könne – auch mit Blick auf die gesellschaftlichen Aufgaben und Herausforderungen, im Umgang mit Europa, Flüchtlingen, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland.  

 

Auch die Musik stand an diesem Abend im Zeichen des Reformators. So erklangen Songs aus dem Pop-Oratorium „Gaff nicht in den Himmel“, den der Chor „Rise Up!“ unter der Leitung von Kreiskantor Hanns-Peter Springer vortrugen. Blockflöte spielte Laura Bennek.