Miteinander zwischen Kulturen und Religionen fördern

(v. l.) Martin Wächter, Joachim Steuer, Dr. Peter Paul Ahrens, Hanna Freissler, Martina Espelöer, Karin Nigbur-Martini, Detlef Seidel, Heinrich Böckelühr

Beim „Politischen Tisch“ mit den Vertretern der Kommunen und des Märkischen Kreises, zu dem Superintendentin Martina Espelöer ins Haus des Kirchenkreises eingeladen hatte, stand das Miteinander zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Herkunft im Zentrum des Gesprächs.

Wie aber kann dieses Zusammenleben zwischen Einheimischen und Zugezogenen, zwischen Christen, Muslimen sowie Menschen anderen Glaubens gelingen? Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass ein Miteinander nur auf der Grundlage einer demokratischen Rechtsordnung und gemeinsamer Werte gelingen könne. Diese seien auch unbedingt einzuhalten und einzufordern.

„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen“, erklärte Gastgeberin Martina Espelöer. Interkulturelle und interreligiöse Bündnisse und Initiativen könnten hier geeignete Orte sein auf dem Weg dorthin. In verschiedenen Städten und Kommunen werde bereits der „interreligiöse Dialog“ gepflegt. So auch seit mehreren Jahren in Iserlohn mit dem „Runden Tisch der Religionen“. Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens berichtete zudem von dem so eben neu gegründeten Bündnis für Muslime in Iserlohn, von dem er sich „einen Beitrag für ein friedliches und respektvolles Miteinander“ erhoffe. Auch Martin Wächter, Bürgermeister der Stadt Menden, spricht sich dafür aus, auch weiterhin auf die unterschiedlichen Religionen und Kulturen zuzugehen: „Denn wir wollen ja kein Nebeneinander bei uns fördern“. Dabei sei es aber auch richtig, niemandem etwas überzustülpen, sagte Karin Nigbur-Martini, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Hohenlimburg. Detlef Seidel, erster stellvertretender Landrat des Märkischen Kreises, betonte abschließend: „Wir sind ein offener und vielfältiger Kreis“. An dem Gespräch nahmen auch Hanna Freissler, erste stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Altena, sowie Joachim Steuer, Verwaltungsdirektor des Kreiskirchenamtes Iserlohn-Lüdenscheid, teil.

Die Kirche habe im Zusammenspiel mit Vertretern aus Gesellschaft und Politik die Aufgabe, „immer wieder zum Dialog einzuladen, denn der Dialog ist durch nichts zu ersetzen“. Dabei dürfe aber auf keinen Fall der Eindruck entstehen, als würden die kritischen, ja besorgten Stimmen aus der Bevölkerung nicht ernst genommen. „Das Gegenteil ist der Fall“, betonte die Superintendentin.

„Wir müssen wieder miteinander ins Gespräch kommen und die Gesprächsfäden aufnehmen“, zieht Bürgermeister Heinrich Böckelühr aus Schwerte ein erstes Fazit, auch wenn dies aktuell nicht immer ganz einfach ist. „Die Menschen wollen Orientierung von uns“, war eine der weiteren zentralen Aussagen von den politischen und kirchlichen Vertretern. Dabei wurde auch an Selbstkritik nicht gespart: „Möglicherweise waren wir in den vergangenen Jahren hier nicht immer klar genug“, so die Meinung aus der Runde.

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