Auf dem Pilgerweg der Ökumene

Auf einen „Pilgerweg der Ökumene“ haben sich am Samstag, 13. Mai, Menschen aus katholischen und evangelischen Kirchengemeinden aufgemacht. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Altena, Dahle, Iserlohn, Hemer, Hennen, Ihmert, Letmathe, Menden, Schwerte und Wickede sind gemeinsam den Auferstehungsweg gegangen, um ein ökumenisches Zeichen zu setzen und ihre Verbundenheit zwischen den christlichen Konfessionen zu bekräftigen.

Das Dekanat Märkisches Sauerland hatte zur gemeinsamen Wanderung eingeladen, was als Zeichen des guten Miteinanders insbesondere im Reformationsjubiläum eine besonders große Bedeutung hat. Superintendentin Martina Espelöer dankte Dechant Johannes Hammer für die Einladung. Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn möchte nicht ohne die katholischen Glaubensgeschwister dieses Jubiläum begehen. Und so gibt es in diesem Jahr mehrere gemeinsame Veranstaltungen.

„Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt“, formulierte Superintendentin Espelöer an der ersten Station des Auferstehungsweges, an der Bauernkirche Iserlohn, auch mit Blick auf die Ökumene, die in Iserlohn vielfältig gelebt wird. In 13 Stationen mit Bildtafeln des niedersächsischen Künstlers Werner Steinbrecher ging es bei gutem Sonnenschein für die Gruppe den rund acht Kilometer langen Weg von der Bauernkirche in Iserlohn bis zur Auferstehungskirche in Dahlsen, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ökumenische Andacht hielten.

In Bildern, Meditationen und dazu passenden Bibelstellen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Osterbotschaft von dem auferstandenen Jesus für das eigene Leben nachgespürt. „Es ist der Auferstandene, der uns verbindet und ausmacht, denn ohne Auferstehung würde es uns als Christen nicht geben“, erklärte Superintendentin Espelöer. Für die Vorbereitung hatte sich ein ökumenisches Team mit Pfarrer Volker Horst (Iserlohn), Pfarrer Andres Michael Kuhn (Iserlohn), Dana Stolte, Gaby Iserloh (beide Hemer) und Anke Hermens-Streuber (Dahle) gebildet, unterstützt durch den CVJM Iserlohn.

Für Dechant Johannes Hammer wie auch Superintendentin Espelöer ist der Weg auch ein Bild für das Miteinander der beiden Konfessionen, für die Ökumene. Der Weg ist dann mal leichter, mal beschwerlicher. Wichtig aber ist Dechant Hammer das offene Ohr füreinander und der regelmäßiger Austausch. „Außerdem ist der Weg und das Pilgern ein Spiegelbild meines Lebens, denn ich bin jederzeit unterwegs, mit einem Ziel vor Augen“, sagt Dechant Hammer, der auch schon Wallfahrten bis nach Santiago de Compostella unternommen hat.

Dass auch andere Städte und Kirchengemeinden bereits gut ökumenisch auf dem Weg sind, zeigt zum Beispiel eine katholische Frauengruppe aus Menden, die den Auferstehungsweg mitwanderte. Sie berichteten stolz davon, dass der Reformationstag in Menden seit mehreren Jahren ökumenisch begangen wird und man von der Heilig-Geist-Kirche zur St. Vincenz-Kirche an diesem Tag zieht. Weiter gefragt, was das Verbindende beider Konfessionen sei, nannten sie: das Evangelium, die Bibel, die Taufe, das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis. „Gerade heute ist es doch umso wichtiger, dass die Kirchen sich zusammentun“, so eine der Frauen.

Beim Thema Ökumene in Schwerte fällt Helga Strotmann das Stadtgebet ein. Und sie hat noch weiteres ein Beispiel aus der Kirchenmusik: Denn im Chor ihrer evangelischen Gemeinde singen auch Katholiken mit, sagt sie wie selbstverständlich. Gefragt, was noch anders werden sollte, antwortet sie: „Wir könnten noch viel mehr Gottesdienste gemeinsam feiern“.

Wer gerne selber oder in einer Gruppe den Auferstehungsweg gehen möchte, kann sich hier informieren: www.cvjm-iserlohn.de/wordpress/auferstehungsweg/.

Impressionen vom Auferstehungsweg (Fotos: Dekanat Märkisches Sauerland)