... für Menschen, denen die Kirche fremd geworden ist

Der Kirche ein Gesicht geben

Der Marktplatz als Treffpunkt und Ort für Gespräche ist ein guter Standort für die Kirchenbank

Treffpunkt ist der Marktplatz in der Neuen Mitte Hennen. Es ist Donnerstag, ab 14 Uhr geht hier das Markttreiben los. Eigentlich hätte es an diesem Tag regnen sollen, doch es bleibt den ganzen Tag über trocken. Die Temperatur steigt über 20 Grad, kein Wölkchen am Himmel. Die Cafés  am Markt füllen sich, die Händler richten ihre Stände ein. Und mittendrin: Stefanie Werner-Möscheid,  GemeindeSchwester der Evangelischen Kirchengemeinden Hennen und der Maria-Magdalena-Kirchengemeinde.

Mitgebracht hat sie die Kirchenbank, mit der sie an diesem Tag mit den Passanten ins Gespräch kommen möchte. Mit Erfolg. Denn schon bald nach Beginn des Wochenmarktes kann sie die ersten Kontakte knüpfen.  Mit „Ich bin die neue GemeindeSchwester“ kommt sie schnell ins Gespräch und erklärt, was  dieses spezielle Aufgabenfeld ausmacht. Dass sie, anders als die Gemeindeschwestern früher, nicht für die medizinische Versorgung zuständig ist, sondern für die Menschen, nicht mehr in die Kirche kommen können und sie deshalb zu ihnen nach Hause kommt.

Und bei der Kirchenbank ist das genauso. „Mit der Kirchenbank holen wir die Kirche in den Stadtteil“, sagt GemeindeSchwester Werner-Möscheid. „Wir wollen der Kirche ein Gesicht geben“, fügt sie hinzu. Dazu geht sie mit der Kirchenbank an Orte, wo die Menschen sind. Ein Marktplatz bietet sich einfach dafür an. Die Gespräche, die sie mit den eher älteren Passanten führt, kreisen um die alltäglichen Themen: die Kinder, die eigenen Lebensstationen und die Gesundheit. Wer will, kann von den Plätzchen in Engelform und dem heißem Kaffee aus der Thermoskanne probieren. Als Andenken gibt es Kärtchen mit Sinnsprüchen.

Die Aktion ist Teil der Kampagne Barrierefreier Kirchenkreis. „Wir wollen Barrieren abbauen, auch die Barrieren für Menschen, denen die Kirche fremd geworden ist“, erläutert Kampagnen-Geschäftsführer Pfarrer Karl-Heinz Struve. Entwickelt wurde das  Projekt „Treffpunkt Kirchenbank“ mithilfe von Menschen, die in ihren Arbeitsfeldern im Kirchenkreis bereits Menschen begegnen, die keine oder nur geringe Berührungspunkte mit der Kirche haben. Karl-Heinz Struve weiter: „Wir möchten mehr über die Erwartungen, Bedürfnisse und Fragen der Menschen erfahren und über Religion, erfülltes Leben  und Kirche ins Gespräch kommen“, ist die Absicht hinter der Kirchenbank.

Treffpunkt Kirchenbank:
Die mobile Kirchenbank können sich alle Kirchengemeinden, Einrichtungen und Dienste im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn kostenlos ausleihen und als Treffpunkt einsetzen. Zur mobilen Kirchenbank gibt es eine Fahne mit Logo sowie eine Sicherungskette. Für Beratung und Ausleihe wenden sich bitte alle Interessierte an Pfarrer Karl-Heinz Struve, Tel. 02371/ 795-216, E-Mail: karl-heinz.struve@remove-this.­kk-ekvw.de.