Aus dem ‚Dennoch‘ heraus die Liebe wagen

Zusammen mit allen Christen begehen wir als evangelische und katholische Kirchen in diesen Tagen die Karwoche. In den Gottesdiensten am Karfreitag gedenken wir auch in unserer Region des Leidens und Sterbens von Jesus Christus. Mit den schrecklichen Ereignissen dieses Wochenendes, den Anschlägen in Stockholm und Ägypten, richtet sich unser Blick auf das unsägliche Leid, das Menschen durch Terroranschläge zugefügt wird. Die Wucht der Ereignisse lässt uns bestürzt zurück und macht uns fassungslos.

Mit den Betroffenen teilen wir die Trauer und den Schmerz. Ein Gefühl der Schutzlosigkeit macht sich auch bei uns breit. Die anhaltende Gewalt reibt uns auf und macht manche wütend oder auch überdrüssig und müde.

Aber: In der Passionszeit lassen wir uns tragen von der Hoffnung. Jesus leidet mit uns, ihm ist das Leid und der Schmerz weder fremd noch gleichgültig. Im Leiden und Sterben kommt Gott den Menschen ganz nahe. Mehr noch: Das Evangelium richtet unseren Blick auf das Licht, das vor uns liegt, auf Ostern. Und auf das Verheißungswort, das mit der Auferstehung Wirklichkeit wird: der Tod hat nicht das letzte Wort. Auf diesen Trost vertrauen wir.

Wir ermutigen alle, aus diesem ‚Dennoch‘ heraus die Liebe zu wagen und für den Frieden einzustehen. Unsere Fürbitte gilt den Toten, Verletzten und den Trauernden.

Martina Espelöer, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn  und Johannes Hammer, Dechant Märkisches Sauerland