Zeit für ein Fest

Superintendentin Martina Espelöer und Gebärdendolmetscherin Frauke van Ophuysen
Kabarettist und Theologe Rainer Schmidt hielt einen kurzweilligen Vortrag zum Thema "Wie Inklusion und Barrierefreiheit gelingen kann".
Auf dem "Markt der Möglichkeiten" präsentierte sich auch die Kirchengemeinde Menden mit ihren Projekten zum Thema Barrierefreiheit.
Live-Musik von Workers Delight, der integrativen Band der Iserlohner Werkstätten

Mit einem großen Fest ist die Kampagne Barrierefreier Kirchenkreis in Menden zu Ende gegangen. Fünf Jahre hat sich der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn umfassend dem Thema der Barrierefreiheit angenommen und in zahlreichen Projekten umgesetzt. Im Fokus standen Menschen mit Behinderungen, Menschen, die in unserer Mitte alt geworden sind sowie Menschen, denen die Kirche fremd geworden ist.

Der Theologe und Kabarettist Rainer Schmidt hielt einen Vortrag zum Thema „Wie Inklusion und Barrierefreiheit gelingen kann“ und ließ dabei immer auch eigene Erlebnisse auf humorvolle und tiefgründige Art einfließen.

Oberkirchenrätin Doris Damke dankte im Namen der Evangelischen Kirche von Westfalen dafür, dass sich der Kirchenkreis Iserlohn des Themas der gerechten Teilhabe am Leben ganz unterschiedlicher Menschen angenommen habe und sprach von einer „Ausstrahlungskraft der Kampagne in die Landeskirche“ hinein.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ präsentierten sich Kirchengemeinden und ihre umgesetzten Projekte zum Thema Barrierefreiheit. Am Nachmittag gab es einen Festgottesdienst unterm Zeltdach. Am Abend heizte Workers Delight, die integrative Band der Iserlohner Werkstätten, dem Publikum mit einer Mischung aus Rock, Pop, Oldies und diversen Cover-Songs kräftig ein. 

„Schwellen abbauen – neue Zugänge ermöglichen“

Die Kampagne stand unter dem Motto „Schwellen abbauen – neue Zugänge ermöglichen“. Mehr als 70 Projekte konnten in dieser Zeit umgesetzt werden. Rund 1 Million Euro haben Kirchenkreis und Kirchengemeinden investiert.

„Durch die Projekte haben wir unseren Blick geweitet für die Fragestellungen der Teilhabe und der Inklusion. Es ist uns gelungen, den Begriff der Barrierefreiheit umfassend auszulegen und umzusetzen. Wir haben Rahmenbedingungen geschaffen, die es Menschen ermöglichen, sich in dem Maße am kirchlichen Leben zu beteiligen, wie sie es selber möchten – selbstbestimmt und frei. Die Kampagne „Barrierefreier Kirchenkreis“ hat uns neu gezeigt, dass es oft die  Verwundbarkeit des menschlichen Lebens ist, die uns zueinander bringt und Horizonte eröffnet. Wir sind neu sensibilisiert für die Bedürfnisse und Lebenswirklichkeiten sehr unterschiedlicher Menschen, haben Haltungen verändert und die Perspektive gewechselt“, sagte Superintendentin Martina Espelöer.

Hier ein Überblick über die Projekte (Auswahl):

…für Menschen mit Behinderungen: Behindertengerechte WC-Anlagen, ebenerdige Zugänge zu Kirchengebäuden und Gemeindehäuser und Einbau eines Fahrstuhls

…für Menschen, die in unserer Mitte alt geworden sind: insbesondere Induktionsschleifen sowie Gesangbücher in Großdruck, damit ältere Gemeindeglieder so lange wie möglich gut an den Gottesdiensten sowie den Gemeindeveranstaltungen teilnehmen können

Für Menschen, die die Angebote und Veranstaltungen nicht mehr wahrnehmen können, organisieren GemeindeSchwestern einen Besuchsdienst

Demenzfreundliche Gottesdienste („Vergiss-mein-nicht-Gottesdienste“)

…für Menschen, denen die Kirche fremd geworden: Um mit Menschen in Kontakt zu kommen, verlassen wir bewusst die eigenen Kirchenmauern und gehen mit dem „Projekt Kirchenbank“ auf den Marktplatz, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Impressionen vom Abschlussfest der Kampagne Barrierefreier Kirchenkreis (Fotos: Bernhard Laß)