Festgottesdienst zum 500. Jahrestag der Reformation

Der Festgottesdienst in der Obersten Stadtkirche Iserlohn zum 500. Reformationstag am 31. Oktober 2017 stand ganz im Zeichen der christlichen Freiheit. Mitwirkende in diesem festlichen Gottesdienst waren Dechant Johannes Hammer, Landrat Thomas Gemke sowie Regina Mehring, Geschäftsführerin der Ambulanten Pflegedienste der Diakonie Mark-Ruhr, die in persönlichen Statements ihr Verständnis von Freiheit vorstellten. Die italienische Künstlerin Anastasia Kostner hat in zwei Tänzen das Thema Freiheit und Unfreiheit dargestellt und zum Fragen angeregt.

Mit Freiheit und Unfreiheit beschäftigt sich auch die italienische Künstlerin Anastasia Kostner, die in zwei Tänzen das Thema verdeutlichte und zum Fragen anregte.
An dem Gottesdienst wirkten musikalisch unter anderem Mitglieder des PopChores „Rise up!“ und des Jungen Chores 5nach5 unter der Leitung von Kreiskantor Hanns-Peter Springer mit.

In ihrer Predigt lenkte Superintendentin Martina Espelöer den Blick der Festgemeinde auf das reformatorische "solus christus", das heißt auf Jesus Christus, das Kreuz und die Versöhnung. Diesen Blick wollte auch Martin Luther damals wieder freilegen. Insofern ging sie in ihrer Predigt auf eine der Kernbotschaften der Reformation zurück. "Aus dieser Botschaft strömt Liebe, die keinen Unterschied macht zwischen Sündern und Heiligen", sagte Superintendentin Martina Espelöer in der voll besetzten Obersten Stadtkirche.

Von diesem Zentrum der Reformation aus ging die Superintendentin dann gedanklich zum "Tor der christlichen Freiheit", wo es "kein Freikaufen von dem, was uns auf der Seele liegt, nötig ist, weil alles schon erkauft ist". Frei ist der Mensch von der Lebensangst des Nichtgenügens - aktueller könnte die Botschaft Luthers in der heutigen Leistungsgesellschaft nicht sein.   

Diese Freiheit "bindet uns an das Wort von Kreuz und Auferstehung, an die Gemeinschaft und an die Fürsorge für andere", führte sie weiter aus.

Landrat Thomas Gemke sprach über die politische Dimension der Freiheit. Er sprach davon, dass Freiheiten im Gemeinwesen zwar für selbstverständlich gehalten würden, Menschen für deren Erhalt aber einstehen müssten. Luther habe gezeigt, dass man auf Missstände aufmerksam machen müsse - auch trotz Widerstände. 

Dechant Johannes Hammer hob das kritische Hinterfragen und Unterscheiden als Ergebnis der Reformationszeit hervor und verband diesen Gedanken mit dem Bestreben des ehemaligen Papstes Benendikt, der sich dem Verhältnis von Glauben und Vernunft widmete.  Die Katholische Kirche sei viel stärker von der Reformationszeit beeinflusst als viele glaubten, erklärte Dechant Hammer. Der Evangelische Kirchenkreis hat das Reformationsjubiläum von Anfang an in ökumenischer Verbundenheit begangen. 

Für den Bereich Freiheit und Nächstenliebe sprach Regina Mehring: "Freiheit geht Hand in  Hand mit der Sorge um seinen Nächsten", sagte die Geschäftsführerin Ambulante Pflegedienste der Diakonie Mark-Ruhr. 

Klaus Ullrich, Mitglied der Arbeitsgruppe Reformation, las die Lesung für den Reformationstag aus Römer 3, 21-28, der reformatorische Text schlechthin, in dem es heißt: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben" (Vers 28).

Impressionen vom Festgottesdienst in der Obersten Stadtkirche Iserlohn

Musikalisch wurde der Gottesdienst von dem Posaunenchor der Versöhnungs-Kirchengemeinde sowie Mitgliedern des PopChores Rise up! und des Jungen Chores 5nach5 gestaltet. Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde das Lied Martin Luthers "Ein feste Burg ist unser Gott" intoniert und von der ganzen Festgemeinde kräftig gesungen. 

Anschließend war die Festgemeinde ins Martin-Luther-Haus zu einem Empfang eingeladen, das im Stile des Mittelalters hergerichtet wurde. Landrat Thomas Gemke, Dechant Johannes Hammer und Geschäftsführerin Regina Mehring sprachen ein Grußwort. Bei Essen und Trinken gab es Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. 

Impressionen vom festlichen Empfang im Martin-Luther-Haus